26. Juni 2012: Kritik zum Weltdrogentag

gepostet am 25. Juni 2012 - 21:04 von anonymous

Seit zwei Jahren wird in Wien eine ehemals akzeptierte offene Drogenszene polizeilich über ganz Wien verteilt. Dem gegenüber werden gerade die Anlaufstellen der Drogenhilfe Wiens zentralisiert. Ab diesem Sommer können intravenös konsumierende Menschen ihre gebrauchten Spritzen nur mehr an einer Stelle tauschen. Neue, sterile Spritzen schützen die Betroffenen vor der Gefahr von Infektionskrankheiten und deren Zugänglichkeit wäre von erheblichem Wert. Eine Gruppe von geschätzten 300 bis 500 wohnungslosen KonsumentInnen muss sich täglich auch noch die Frage stellen, wo sie ihren Konsum in Wien überhaupt ausüben sollen. In den sozialen Einrichtungen ist der Konsum verboten und birgt die Gefahr von Hausverboten. Oft bieten dann öffentliche WCs und Stiegenhäuser eine Rückzugsmöglichkeit. Die hygienischen Bedingungen, besonders an hoch frequentierten Orten, sind jedoch desaströs. Betroffen davon sind wir alle.

Die Initiative Drogenkonsumraum fordert daher die Einrichtung von geschützten und hygienischen Räumen, in denen suchtkranke Menschen straffrei ihre mitgebrachten Drogen konsumieren dürfen. Konsumräume oder auch Gesundheitsräume werden von ExpertInnen im In- und Ausland als sinnvolle Erweiterung eines Drogenhilfesystems propagiert. Infektionen gehen zurück und Konflikte im öffentlichen Raum werden beruhigt. Auch die Wiener Initiative wird von Fachleuten der Drogenhilfe, engagierten Vereinen und Fachverbänden der Sozialen Arbeit unterstützt. Selbstorganisierte KonsumentInnen machen sich genauso wie Angehörige stark für die Forderung der Initiative. Eine Petition wurde inzwischen von hunderten Menschen unterzeichnet und steht noch weiter zum Unterzeichnen zur Verfügung. Die Initiative sieht die Drogenkoordination in der Pflicht, diese Stimmen zu hören.

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