Radfahren in Wien

gepostet am 20. Juni 2012 - 15:21 von fahrrad

Radfahren ist (außer zu Fuß gehen) die einzige Möglichkeit in Wien, sich gratis fortzubewegen. Öffifahren wird immer teurer, fährt mensch schwarz und wird erwischt, kommt immer so ein doofer Brief mit Erlagschein ins Haus. Und wer kann sich schon ein Auto leisten (abgesehen davon, dass Autos sowieso scheiße sind)?

Radfahren macht außerdem Spaß und mensch ist um einiges schneller und flexibler als mit anderen Verkehrsmitteln. Klingt gut, oder?

Das Problem dabei liegt aber wiedermal beim Staat:

Die Polizei kontroliert zur Zeit auffällig häufig Radfahrer_innen in der Wiener Innenstadt (v.a. Ring). Wird mensch aufgehalten, wird ein Ausweis verlangt und meistens gleich eine Strafe verhängt, die sofort zu bezahlen ist. Andernfalls kommt es zur Anzeige, was erheblich teurer ist. Die Strafen bewegen sich (im Normalfall) zwischen 14 Euro (z.B. bei fehlenden Reflekoren, Licht etc.), 21 Euro (Gehsteigfahren) und 36 Euro (Fahren bei Rotlicht). Ziemlich teuer kanns werden, wenn mensch betrunken fährt - außerdem droht in diesem Fall auch der Entzug des Führer_innenscheins. Die Strafen werden, wie bei den Bullen üblich, willkürlich verhängt - je nach Laune und Situation werden einem "Delikte" nachgesehen oder angehängt.

 

Also: Lasst euch nicht erwischen und genießt weiterhin das Leben auf zwei Rädern! Macht es den Bullen unbequem und zeigt euch solidarisch mit kontrollierten Personen!

Für eine autofreie Stadt ohne Kontrollen und staatlicher Willkür!

Ergänzungen

"Öffifahren wird immer

"Öffifahren wird immer teurer"

Von Fakten haltest wohl nicht viel? Oder hast du wirklich nicht mitbekommen dass Fahrpreise - ausser Einzelfahrscheine - gerade erst spürbar verbilligt worden sind? Fahre selbst am liebsten Rad, aber es wäre schon schön wenn Menschen Argumente finden die tatsächlich der Realität entsprechen. Mit reiner Polemic werden auch keine Leute dazu bewegt aufs Rad umzusteigen, bzw werden sie deine Argumente nicht ernst nehmen. Andererseits spricht es auch nicht wirklich dafür dass du anderen Menschen viel zutraust, wäre ja schrecklich wenn du versuchst deinem Gegenüber nicht irgend einen Blödsinn zu erzählen nur weil es gut klingt.

Das mit dem Führerschein

Das mit dem Fürherschein verlieren ist Blödsinn. Selbst wenn man mit dem Auto betrunken fährt verliert man nicht gleich den Führerschein. Man bekommt einen Registervermerk, häufen sich die, dann kann es sein, dass man den Führerschein verliert. Wer beim Radfahren angesoffen erwischt wird, bekommt ebenso einen Registervermerk.

 

Und ich finde es übrigens ziemlich beschissen besoffen radzufahren. Man ist eine Gefährdung für Fußgänger*innen und zu denen besteht als Radfahrer*in ein äh nliches Verhältnis, wie bei Autofahrer*innen zu schwächeren Verkehrsteilnehmer*innen. Und man wird durch Alkohol auch auf der Straße unaufmerksamer, was Autofahrer*innen in eine gefährliche Situation bringen kann. Dem Auto ist das meist wurscht, aber wenn der oder die Fahrer*in das Auto verreisst, weil plötzlich einE angesoffenE Radfahrer*in vor ihm/ihr auftaucht und dabei in eine Menschenmenge reinfährt, ist das nicht mehr lustig.

Und ja ich weiss, böse Autos, alle abschaffen, ja wäre mir auch am liebsten, aber so ist es nun mal nicht. UNd damit hat man auch als Radfahrer*in eine Verantwortung, vor allem gegen shwächere Verkehrsteilnehmer*innen, wie Fusgänger*innen. Dass hier normale Bürger*innen ein höheres Verantwortungsgefühl gegen Schwächere zeigen, als Linke, ist erschreckend.

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