Fragender Versuch einer patriarchatskritischen Blockupy-Auswertung

gepostet am 8. Juni 2012 - 23:20 von Martin Kraemer Liehn aus Kiev

"Only a God can help those who need heroes!"

      Brian Bamford (http://northernvoicesmag.blogspot.com)

 

hier werden Beobachtungen und Ideen zur Diskussion gestellt für ein politisch nötiges Macker Massaker (gemeint ist der Diskussionsgewinn durch das gleichnamige3 Festival) - fuer ein Macker Massaker OHNE CRUDITÄTEN unter der Altherrenriege (Kleine, Raetz, Seibert), die „blockupy“ 2012 in Frankfurt und „Block G8“ (2007 in Rostock) medial gegen die Interessen unserer antikapitalistischen Bewegung zu vermarkten versucht haben s. auch Formatauswahl auf http://archive.org/details/ACensoredReflectionOnPatriarchyOnTheOfficialistGermanLeft

 

Liebe antipatriarchalen Aktivistinnen und Aktivisten im ;sterreichischen!

Dass das hier dokumentierte off-mainstream-Experiment von selbstkritischer und schonungsloser Aussprache bei indymedia.deutschland und linksunten (https://linksunten.indymedia.org/de/node/61592) in dieser Woche kommentarlos rausgenommen wurde kann gute Gruende haben. Aber sollten muendige AktivistInnen nicht die Chance zu bekommen eigene zu entwickeln? Ich weine meinen unbeholffenen Zeilen keine Traene nach. Wahrscheinlich geht linke Politik gar nicht ohne Zensur. Aber linke Anti-Politik umgeht jede Zensur, hat bis jetzt immer geklappt. Macht mich fertig wenn ich mich unsolidarisch gegenueber Genossinnen und Genossen verhalte in dieser Reflektion. Betaetigt die Kommentarspalte... ich will auf keinen Fall das letzte Wort behalten! Das wichtigste ist die pohrasenfreie Solidaritaet! Ueber alle Grenzen! Entschuldigt den wohl leider deutschlandtypischen Mief und Szenekauderwelsch in meiner Beschreibung. 

seid gegruesst aus Kiev am Dniepr, 9. Juni 2012

 

Wie schön wäre es, wenn wir uns endlich nicht mehr um die Anmaßungen der alten Herrenriege bekümmern müssen. Sie können doch einfach mitlaufen, schrien sie doch selber damals hoch zu den Zuschauerbalkons "Opa, Oma reih'  Dich ein...". Nein, sie haben die Balkons schon lange für sich für sich entdeckt... und wenn wir uns blöd genug machen, laufen wir am Ende noch wirklich nach ihren Anweisungen ... in die Falle.

T. S., W. R. und C. K. mögen keine Begeisterunsstürme auszulösen. Ihr Geschäft ist die Flaute. Hat unsere Bewegung gerad' keine, reden und sprechern sie eine herbei. Das ist kindisch trotz fortgeschrittenen Alters - aber dem Herrschaftssystem passt es. Die Bewegung zog sie auf, jetzt zieht die aufnahmelustige Gegenseite sie auf. Sie funktionieren in ihrem Sinne blendend... ohne dabei ohne pseudoautonomen Mackerhabitus an den Nagel zu hängen. Da wird langfristig kein Auge trocken bleiben. Vielleicht wird es Zeit, sich aktiv gegen die Zumutungen des Machos wie z.B. Thomas Seibert zur Wehr zu setzten? - ein Altfall aus der Männer-Prügelschule des Verfassungsschutzes um Joseph Fischer

Neulich, bei der Demo in Frankfurt geht das Männlein in Lederjacke mit dem narzistisch zurechtrasierten Augenbrauen agressiv auf mich zu, ohne zu grüssen und macht offensiv Grossfotos von mir, meiner sozialen Umgebung auf der Demo. Als ich ihn gebeten habe, die Fotos zu löschen ist er einen Schritt zurückgetreten, wohl um seine Kamera und seinen Fang zu sichern. Dann verlangte er, dass ich "verschwinde", sonst schlüge er mir "aufs Maul". Auf Nachfragen umstehender geiferte er mit überschlagender Stimme: "ICH habe den aus der Fantomas-Redaktion rausschmeißen müssen." also zunächst mal 3 Fragen sind zu klären :

  1. War ich je in der Fantomas-Redaktion? Warum weiß ich davon gar nichts? E. F. und das veröffentlichte Impressum legen nahe, dass das völlig erfunden ist.
  2. Hatte Herr S. dort die Vollmacht eigenmächtig MitarbeiterInnen "rauszuschmeissen"? Wahrscheinlich schon. Aber auch davon wusste keiner außer ihm so richtig Bescheid.
  3. Wie genau war seine berüchtigte Eitelkeit daran beteiligt, Fantomas kaputtzumachen? Die Dokumente und Texte, die ich öffentlich zitieren darf, lassen dazu einiges zwischen den Zeilen lesen (http://www.akweb.de/fantomas/).

Wenn Euch nach Schluß mit Zuckerguss ist dann fragt die Beteiligten selber. Dazu kommen für mich dann aber noch weitergehende Fragen: inwieweit hat er wie die meisten der Fischer-Chor-Schlägertypen seinen Deal mit der politischen Polizei gemacht? Warum brüstet er sich öffentlich mit einer maßgeblichen Rolle an der Seite seines Gesinnungsbruders Joseph Fischers beim paramilitärischen Überfall auf das spanische Konsulat in Frankfurt? Gerade ihre manipulative Vereinnahmung der Proteste im Mai in Frankfurt sollte uns mal ernsthaft überlegen lassen, wie wir diese Mackerfigur für die Bewegung verstehbarer machen können.

Beim ersten kleinen Macker-Massaker für den Typ gab es einige Lacher, auch bei den russischen Gästen der Demo, Herr S. bekam ein bisschen Kinderkacke-Wasser auf seine Lackschuhe gespritzt. Solche Spritzer Klassenkampf hatten ja schon die Sexistentypen im Projekt A, denen sich bei der von ihnen eigens nach Neustadt eingeladenen Band „die Kassierer“ und ihrer Ästhetisierung von Vergewaltigungsszenen die Reißverschlüsse spannen auf einmaldurch ein bisschen lila Farbe, die rumflog nervlich angeblich an den Rand des Zusammenbruchs und so denn doch zum langersehnten Aussteigen gebracht. Ziel wäre dass der Kerl nur noch bei seinen Solidarischen-Modernisten aufzutreten wagt... also mit kommrziell-bürgerlichem Saalschutz.

Diese Intro hat T. S. von mir vor 2 Monaten direkt bekommen. Er hat nicht reagiert. Vor 4 Jahren bekam er den Interpüretationsversuch yu Block G8 frei haus, frisch aus der japanischen Folgeerfahrung (http://archive.org/stream/SiberianDiary/siberianDiary_22Dec2010a#page/n3...) vielleicht sollten wir einfach mehr Fragen stellen, wo die Antworten schon so spärlich kommen?

Wir sind auf unsere eigenen Beobachtungen angewiesen. Die Lehren aus Blockupy und M31 werden in diesen Wochen intensiv ausgewertet. Dieser Text ist im besten Fall ein Steinbruch mit seltsamen Tönen zu diesem wichtigen Verständigungsprozess auf neue gemeinsame Aktionen hin. Hier gibt es noch ein paar mehr Beobachtungen eines Aktivisten. Einer von vielen. Beobachtet habe ich seit Prag 2000 (S26) genauer, d.h. auch mal probeweise kleinere Ausschnitte. Den Gesamtzusammenhang dazu wird unsere Bewegung auch ohne meine glatte Zuarbeit herzustellen wissen. Einer ist dafür sowieso zu klein und die Bewegung zum Glück schön groß.

Vielleicht kann diese harte Kritik an 3 Altherren wenigstens etwas Verwirrung in den geordneten Rückzug nach M31 und „Blocku-Pie in the Sky“ bringen. Es geht dabei um 3 rund um die Uhr wichtige Personen, die ich mit meinem spätpubertär verdächtigen Angriff hier leider erst mal noch ein bisschen pseudowichtiger mache. Das ist misslich. Aber ich weiß es in dieser Phase nicht zu vermeiden. Vielleicht weißt DU es. Dann klick die Kommentarspalte an. Sei Dir nicht zu schad. Also: ich kann wetten W. R., T. S. und C. K. lernten Eure fernsehenden Tanten und Onkels daheim besser kennen seit 2007 als Du und ich bei der unumgänglichen Umsturz-Arbeit auf der Straße. Mit meinen halb-gezielt zusammengetragenen Gemeinheiten gegen die linke Aura dieser drei Götter des Linkstuns will ich niemanden stürzen und auch keine Blockade retten. Die Blockaden retten sich selber und eine gewissenhafte und leidenschaftliche Bewegung wird auch seine Altherrenriege los.

Wenn Du kritisch gegen mich weiterliest kann das helfen, die Stimmenvielfalt im aktuellen Auswertungsprozess von M31 und den Mitte-Mai-Aktionen („blockupy“) vielfältiger zu machen. Vielfältiger heißt nicht immer grüne Soße. Manchmal heißt es auch stärker, unkontrollierbarer. Und Kontrolle ist ein großes Thema für die drei Macker unter der Lupe hier. Ich bemühe mich, auch schrill gedachtes den Erklenntnisprozessen deutlicher nach der Springarbeit zu schreiben als das im Bewegungsdeutsch und seinem eingeschliffenen Hang zu Pszchojargon üblich ist. Dabei wäre ich um ein Haar selber ein Altherr geworden, ein „Sprecher“ vor den Herren des kaufkräftigen Meinungskartells. Wohl auch einer, der mit wissenschaftlichem Gehabe in der Bewegung umhergeht und versucht gültige Sätze fürs bürgerlich abgefütterte Publikum als erster zu sagen, ein Missionar im Ruderboot. Es ist nicht dazu gekommen, denn ich habe beizeiten russisch gelernt und mich aus dem Staub der deutschen Misere nach Cuba, Moskau und in andere heikle Gewässer einer anders vermackerten Szene aufgemacht. Aufmachen geht, ankommen nie. Ich wollte auch gar nie ganz raus aus Deutschland und seinen Klassenkämpfen.  Aber ich wollte wenigstens die möglichen Ausblicke für andere in der deutschen Misere öffnen helöfen. Leider kann nicht jede und jeder mehr wie Ende der 80er das Folgevierteljahrjhundert durch die ebenfalls ein bisschen bummelnde Weltrevolution aller 5 Kontinente stöbern. Leute, jetzt scheint es erst zu werten. Das Tempo nimmt zu. Entweder wir reißen die Sache oder sie zerreißt uns. Also, höchste Zeit für Frühjahrsputz! Macker Massaker jetzt! (Macker Massaker ist übrigens ein sehr lieb gemeintes Bewußtseinsprojekt, 2011 gastierte es in Mannheim, seine Lehrlinge laufen überall durch die Republik und stiften Unruhe, Hut ab, sehr klug und brauchbar)

Ich schreibe ziemlich weit weg von Frankfurt (things call it an „undisclosed location“ südlich Moskau).

Ich schreibe obwohl auch hier die Kirschen reif sind, um Dir Gebrauchswerte für die Emanzipation Deiner und meiner Zusammenhänge zuzuspielen. Das heißt: wenn meine Ladung nichts taugt, gut möglich, hau sie MIR um die Ohren! Dafür ist unsere Diskussion ja da, um die glückliche, die revolutionäre Linie zu finden. Dafür brauchen wir die offenste und beste Diskussion aller Zeiten. Und die machen wir jetzt.

Feindschaftsbekundungen gibt es in unserer Bewegung genug. Hier ist noch eine. Ich bin halt raus aus Deutschland, mit den miesen kleinen Diktaturverhältnissen nach UdSSR-Zusammenbruch gut beschäftigt. Aber am 31 März war ich mit GenossInnen aus dem grossen Osten unserer Bewegung in Frankfurt und ich habe es mir nicht nehmen lassen, einen polnischen Osterbrauch, das heißt einen gesunden Schluck frischen Wassers dem großen Pseudoautonomen der Frankfurter Seiberschule, Herrn T. S. selber (medico) auf seine für den Beirat der sogenannten „Rosa-Luxemburg“-Stiftung gewienerten Lackschuhe zu zaubern. Klassenkampf und sein nötigen globalen Prozess hätten vielleicht mehr von mir, wenn ich mit an der praktischen Machtdemontage in der versifften Metropole Deutschland Jahrein, Jahraus mitmachen würde statt nur besuchsweise mal Wasser zu verschütten.

Übersprunghandlungen sind im Internet auf ihren Hund gekommen: Ich wundere mich selbst, wie mich jeder Schritt den das Internet in Frankfurt Mitte Mai registriert hat hier bei Moskau ungemein beschäftigt. Dabei haben wir hier doch unseren reellen Kampf mit der Bestie. Ich habe mich davon ablenken lassen und mit gefiebert. Das ist nicht das fiebern von Pferderennen, sondern die Ungeduld, jede Aktivistin und jeden Aktivisten, den ich im livestream erkenne den Rücken zu stärken. Bei dieser für den Moment fruchtlosen Empathiearbeit kamen mir dabei auch richtig  bittere Erinnerungen über eben diese selbsternannten "Sprecher", die uns zu Frankfurt erklären wollten „worum es jetzt geht“.  Ihre Vereinsvorstandsmeierei ist so laut auf die Entfernung. Diese scheinbar immer selbstsicheren Macker, bedienen bürgerlichen Medienformate und drehen die Spontaneität der AktivistInnen auf der Straße durch den Fleischwolf ihrer im bürgerlichen Feulliton abgeguckten Phrasen. Diese Phrasenwirtschaft im Interesse des Klassenfeinds hat uns schon zu viele wertvolle Chancen genommen. Ich bin es leid. Ich bin wohl wegen meiner halbbürgerlichen Sozialisation genau diesen 3 zentralen Typen (C. K., W. R., T. S.) in entscheidenden Vorbereitungsphasen von Protesten zu lange mit Respekt und einer unangebrachten Bewegungsloyalität begegnet. Sie haben meine Unschlüssigkeit im Widerstand gegen ihre Vermittlungstricks ungeheuer arrogant und wenn’s sein muss handgreiflich auszunutzen gewusst.

Und dann frage ich mich natürlich selbst: warum Fieber ich da in jedem Detail mit, bin ich etwa in der Renomierfalle bürgerlicher Kader, die eigentlich gern selbst diese Repräsentationsaufgaben wahrnehmen würden, sich für die bessere Besetzung halten und deshalb gegen alles Wettern was links in Erscheinung tritt, wie das Grabbeltischereignis gegen den  „kommenden Aufstand“ und die biographisch verstehbaren Verkürzungen Inge Vieths, usw. Ich habe herausgefunden, dass das nicht mein Motiv ist. Mich hat schon in den 80er Jahren gestört, dass die deutschen Vor-und Nachherbst-AktivistInnen ihre Basen zum Beispiel in Palästina nur so sporadisch genutzt haben. Ich habe als Konsequenz 20 Jahre daran gearbeitet, meine Reproduktionszusammenhänge, meine Arbeitslust und sogar mein Heimweh außerhalb der direkten Zugriffsgewalt der Deutschen Repressionsorgane aufzubauen. Ich brauche eine Karriere vor dem Zusammenbruch aller Karrieren im kaufkraftnepp Deutschlands nicht. Das macht mich ziemlich immun gegen alle üblichen Hebel, mit denen sie ihre ausgesprochenen und unausgesprochenen Deals ähnlich einer Brechstange ansetzen. Schwachpunkte habe ich trotzdem noch und noecher.

Warum also fiebere ich so für und mit den Frankfurter Details? Das muss geklärt werden, bevor ich versuche, die Akteure zu hinterleuchten, die sich dort aufkosten der Bewegung mal wieder nach Strich und Faden in den Vordergrund gestellt haben.  Ich glaube, es ist einfacher als wir denken mit diesen Posern. Wir sind die Berufsrevolutionäre, egal ob wir uns das eingestehen oder nicht. Sie sind es nicht. Das bedeutet wohl: alle Details und Erfahrungswerte, die wir brauchen um die Revolution zu machen interessieren halt unglaublich, bis zum fiebern spannend. SDogar die:

Abgemacht: ich gebe meine Rechercheergebnisse und vielleicht hilfreichen Erinnerungen an deren Tricks von gestern mit als eine Stimme von vielen in Euren Abstimmungs-Prozess und ihr wisst sie dann zu nutzen und in einen Zusammenhang zu bringen, weil ihr damit viele Jahrzehnte Erfahrung habt wo ich andere habe und weniger solche wie ihr. Ich habe mich bewusst zurückgehalten um den M31. Ich fand es wenig produktiv im Vorhinein gegen die Block-Pie-Clique zu unken. Nur manchmal ist mir etwas rausgeplatzt, ein Schluck Wasser, Textkritik an ihrem Flugblatt.

Jetzt, nachdem die Altherren-Strippenzieher gezeigt haben was sie können und was sie wollen, können wir über Tatsachen sprechen und lähmen damit nicht eventuelle Synergien (wie beim Unken). Welche Bündnisse sie sich auf die Fahnen schreiben ist Papiertigermethode. Maßgeblich in Erscheinung getreten sind die bekannten 3 Verdächtigen: W. R., C. K.,  T. S. . Alle 3 sind Mackertypen erster Güte, richtige, beinharte Schienenbeintreter, die GenossInnen umhauen wie es ihnen passt, wenn nur keine bürgerliche Kamera dabei ist.

Also der Reihe nach:

 

W. R. (http://www.freie-radios.net/48250),

habe ich im April 2003 erlebt. Er hat mich in einem Beitrag in einer Diskussion in kleinem Kreis bei E. F. (bioskop-forum.de) unverständlich hart unterbrochen. Ich fand das damals witzigerweise gut von ihm. Heute versteh ich es anders und wohl besser. Warum hat sich das so verändert? Ich hatte 2003 in einer Diskussion über Strategien gegen das Kapital der Biomacht (Foucault-lastig wie so vieles in E. Kreis und Generation) gesagt, dass ein Machtkartell, das einmal einen Legitimitätsverlust bei seiner Bevölkerung in Kauf genommen hat sich oft nicht mehr lange hält, Beispiel Ostblocksysteme Ende der 80er. Das war zugegeben eine laue zivilgesellschaftlich parfümierte Entdeckung von mir, aber immerhin mit frischen Beobachtungen bei meinen Auseinandersetzungen mit der kubanischen politischen Polizei über die Monate unmittelbar davor bebilderbar. (die Legitimität in Cuba ist nämlich nicht futsch, auch wenn die politische Polizei vermittels Polizeimethoden in politischen Prozessen dort und seitdem auch in Venezuela ganze Zerstörungsarbeit leistet. Interessanterweise ist sie stets härter gegen Nonkonformisten der ArbeiterInnenklasse als gegen ihre bürgerlich sozialisierten Klassenkameraden, aber davon yu eryählen war nicht mehr möglich). R. polterte ungewohnt heftig mitten in meinen Satz und schrie fast, sehr lange. Er machte einen ungeheuer holzschnitthaften Vulgaeroekonomismus gegen mich auf ß ich gab ihm innerlich natürlich voll recht. Heute kann ich nicht genau sagen, gab ich ihm recht weil er so ruppig vorging? Also Identifikation mit dem Aggressor? R. jedenfalls zog vom Leder: Rebellion in den 80ern in Polen, 1989 in der DDR etc. natürlich NUR wegen nichttermingerechter Zustellung von westtypischen Konsumgütern in Privathaushalten, ein rein oekonomisch zu erklärender Zusammenbruch, alles andere reiner Überbau, nebensächlich und gefährlich weil ablenkend.

Das ist insbesondere witzig weil er sich in den 30 Jahren davor bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit als Maoist und anti-DKP Figur zu ereifern liebte. Sein Zwillingbruder, der Oberchecker P. W. machte in dieser Zeit genau die umgekehrte Kertwende, vom DKPler zum Frankfurter Toskana-Liberalen mit einem Herz für Armut und Hilfsbedürftigkeit in der Welt. Die Legitimation hatte der Ostblock nach R. vor 1989 ziemlich genau mit Maos Rede von 1958 verloren. 2003 benutzte er umgekehjrt Konfrontationsfiguren, die er selber aus der anderen Perspektive als effektiv kannte, um mir das Maul zu schließen. Erfolgreich. Gut, der Mann hat umgedacht und kann überzeugen, könnten wir schließen. Aber in der Pause sprach er aufgeregt weiter von dem was er weiß: viele Einzelheiten der sandinistischen Machtübernahme in Nikaragua 1979. Auch hier wieder die Macht für ihn eine reine technische Besetzungs- und Zugriffsleistung.

Bitte, soll er es so versuchen. Einige meinten damals in der Sturm- und Drangphase von attac er sei bei allen diesen Manüvern doch ein Genosse. Damals machte er in den hinterpfurzigsten rheinischen Provinystädtchen attac-Filialen auf, um die Leute so bürgerlich abzuholen wie sie gerade sind. Rätz also ein FAZ-kompatibler Popularisator nach außen, in geschlossener linken Gesellschaften ein knallharter Ökonomist der Machtfrage. Kann sein. Aber wie gebraucht er die formelle und informelle Macht, die er dabei zusammenstreicht?  Da sind die Informationsnetye des Anarchismus besser informiert als die doppelkt an der Nase herumgeführte attac-Basis:  http://deu.anarchopedia.org/Werner_R%C3%A4tz

Sein Holzschnittoekonomismus ist wohl ein brauchbares Kasperle, um anderen in der Bewegung das Maul zu stopfen. Das zeigt sich gut an diesem aktuellen Mitschnitt der Friedensbewegung, wo er sehr schablonenhaft und altklug, sozusagen als einziger checkender Leser unserer Zeit Rosa Luxemburg besetzt (Werner Rätz, Die Ökonomie als Kriegsmotor. 9. Strategiekonferenz Friedenskooperative, 10.02.2012):

http://soundcloud.com/friekoop/werner-r-tz-die-konomie-als

Solche hermetischen Mackerlitaneien sind ein erprobtes Mittel bei ihm, Synergie in einem theoretischen Reflektionsprozess zu vermeiden und in einer von ihm konstruierten Konkurenz-Situation den alleinigen Zugriff zum Mikrofon zu haben. Dass er mir seit der Begegnung 2003 in seiner Hauspostille ( http://www.ila-web.de/lateinamerika/home.htm) einigen Indizien nach immer wieder Auftragsarbeiten, kostenlose Zuarbeit nach seinen Wünschen, hinten rum abgeschossen hat ist dann wieder ziemlich witzig. Denn auch diese Vorgänge verstehe ich zum Teil erst jetzt, mit 8 Jahren Verzögerung genauer. Natürlich war ich als angehendes Juniorprofessorchen ein extremes Ärgernis für die 3 linken alternden Theoriemonopolisten, das sicherlich auch wegen meiner objektiven Unerfahrenheit und bürgerlichen Rückfälle bei der Theoriebildung. Aber sie haben mich nie freundschaftlich beiseite genommen und gesagt 1., 2., 3. hast DU Hausaufgaben, arbeite das gefälligst nach bevor Du uns was erzählst oder ähnlich autoritär-konstruktives, sondern sie haben immer nur geblockt, gehemmt, hinten rum abgewürgt. Die 3 und viele ihrer Spießgesellen an den Monopolisierungsstrippen deutschen Linkssprechs sind hochgradig frustrierte und erst daraus machtbesessene Typen. Auch das lernte ich erst im Vergleich: russische AktivistInnen erwarten von vornherein für sich weniger. Witzigerweise habe ich die wesentlichen buergerlichen Fehlstellen meiner Gesellschaftstheorie dann durch den Umzug nach Moskau anhand der dortigen anarchistischen und kommunistischen Mackerszene korrigieren gelernt. Das ist (anarchistisch und kommunistisch, ganz egal) ein ebenfalls hochpatriarchales Pflaster, unglaubliche 19. Jahrhundertmanieren schießen da ins Kraut, erst letzte Woche bin ich auf einer angeblichen „Rosa-Luxemburg“-Konferenz in Kiev von morgens bis abends ohne Ausweg gewesen und konnte nur durch unbeholfenes An-die-Decke-gehen Luft in die für die Mehrheit stickige Lage bringen, obwohl das in meinem Feld-Wald-und_Wiesenrussisch erprobtermaßen ganz unvorteilhaft wirkt: die 3 (russisch gestrickten) Macker auf dem Podium waren praktisch unvorbereitet, wollten aber partout keine der hochkompetenten Frauen im Saal zu Wort kommen lassen. Einen ganzen Tag lang. Es war zum Auswachsen. Erst als alle redeerfahrenen Frauen aus Protest gegangen waren, wurden tatsächlich Beiträge und nicht mehr nur dumme Fragen aus dem Saal erlaubt. Das sind  wirklich schreiende Missstände und witziger weise stellen BeobachterInnen fest, dass ich mit meiner ver-queer.en Stimmhöhe oft analog zu Frauen abgefertigt werde. Aber trotzdem gibt es in dieser Mackerwueste linker Diskussion genügend Ansatzpunkte und Hilfestellungen, um sich politisch, strategisch und theoretisch weiterzuentwickeln. In Deutschland ist das für den gesamten „interventionistischen Linken“(IL) und attac sowie den übergeordneten dieLinke-Fuehrungsbereich (nicht die Basis) noch effektiver machistisch BLOCKiert und BLOCKUPIert als im Russischen. Die Mehrheit der hier behandelten Altherren-Macker sind in allen drei Maschinen der Macht über das linke Ghetto (IL, attac, die Linke) komplett in Steuerungsgremien, selbstgefällig als "wissenschaftlicher Beirat" und ähnlicher Korks aufpoliert. Ja, ärmlicher als in diesen Kreisen gegenseitiger Wichtigmacherei reihum geht es dann wirklich nicht mehr. Das sage ich nicht als Rechtfertigung für Untätigkeit. Ich habe nie aufgegeben ich probier es immer neu und merke für den Moment: es geht einfach nicht. Es wird im Deutschen zur Zeit effektiv verhindert, z.B. nach russischem Mindeststandard in gegenseitig hilfreiche Interaktion zu treten. Das ist eine Erfahrung, die Euren Diskussionen vielleicht helfen kann – ich höre gerne(-: ob und wie wenn überhaupt.

 

Christoph Kleine,

ist irgendwie der traurigste der 3, ich habe oft einfach nur Mitleid wenn ich ihn höre oder sehe. Ihn zu hassen hieße selbst das Gleichgewicht zu riskieren. Diese Mitleid ist sozusagen ein Relikt religiöser Erziehung bei mir. Aber wirklich, ej. Christoph sitzt immer so depressiv in allen Runden und auf allen Pressekonferenzen, aber er sitzt wirklich überall dort wo alle hinsehen, Castor, Heiligendamm, Frankfurt. Einmal platzte er in Rostock in unsere besetzte Schule, das spätere Convergence-Centre (attac hatte noch kaum unterschrieben, später mussten wir in wesentlichen Teilen gegen die attac-Führung besetzen. Die attac-Basis in der Schule war natürlich wie überall dufte, sehr gute Nachbarn.) Christophs erster Auftritt im Convergence Centre März 2007: die verfrorenen BewohnerInnen waren sichtbar nichts für seine Augenhöhe, alles was er brauchte um in diesem Kreis auch noch wichtig zu sein war schleunigst WLAN. WLAN einrichten und damit der politischen Polizei einen bequemen Direktkontakt zu uns verschaffen war in dem desolaten Glasbau mit so vielen Nazis drum herum aber nicht unsere Priorität gewesen in den ersten Tagen. Christoph war sehr ungehalten, dass wir ihm da nicht angemessen vorgearbeitet hatten. Bezeichnend neulich wegen blockupy aus Frankfurt sein Zusammenstoß mit einem taz-freundlichen möchtegern-antideutschen Arroganzler Marke IVI-superschlau vom Freien Senderkombinat Hamburg: http://www.freie-radios.net/48246

Da macht die norddeutsche Fertigkeit zu Kurz- und Knappheit in Christophs Wutreserve fast ein sympathisches Gegenprogramm auf. Interessant anzuhören wie fruchtlos hier zwei Macker sich gegenseitig erklären worum es eigentlich geht (dort genau nämlich, wo sie das Heft der Proteste in der Hand zu haben meinen). Christoph erklärt, dass es darum „geht“ vor der EZB ein Zeichen zu setzen. Interessant auch das Lustargument Christophs: er habe keinen Lustgewinn aus dem Redeverlauf im freien Radio, deswegen breche er ab. Ja, wenn er aber mit professionell bürgerlichen Medien redet hat er noch nie dokumentierterweise abgebrochen. Der Lustgewinn bei seinem selbstauferlegten „sleeping with the enemy“ scheint ihm gehörig mit in den u.U. noch vorhandenen dialektischen Materialismus zu mischen.

Ein trauriger Zusammenstoß ist es allemal. Mein spezieller Freund F. aus Erfurt holt mit geübtem Charme viel mehr Brauchbares aus ihm raus http://www.freie-radios.net/48294

Wenn Radio so witzig und klug, frisch und bescheiden daherkommt wie bei Frank glaubt unsereiner fast wieder an die Notwendigkeit von Pressesprechern, oder?

 

Aber beim Presse und Waryen besprechen bleibt es nicht – Rätz, Kleine, Seibert wollen Politik machen, Politiker darstellen, sie leihen sich die Gebärden der Profis. Und vielleicht leihen sich auch einige pfiffige Profis der Durchhalte-Politik im Deutschen Kapitalismus die Dienste der 3. Schauen wir genauer!

Christoph ist eine zentrale Figur bei der Kanalisierung der Rostocker Proteste. Nach offizieller attac-Darstellung (Andreas Beldowski, in: Sand im Getriebe, Nr. 60 vom 6.7.2007, Seite 38) sieht die Situation so aus: „Der Lautsprecherwagen der Demoveranstalter (mit Christoph Kleine am Mikrofon) ist dann auf den Platz gefahren und hat versucht die Parteien zu trennen. Er hat zwar auch die "Bullen" zum Rückzug aufgefordert, im nächsten Satz aber die Demonstranten angehalten Lücken, die die zurückweichenden "Bullen" hinterlassen, nicht aufzufüllen.“ Einige Stunden nach dieser Heldentat im Sinne der bürgerlichen Ordnung macht dann Christoph im Verbund mit Thomas Seibert einen O-Ton, den mein Freund Z. nicht so schnell vergisst mit einem knappen Jahr Haftstrafe ohne Bewährung, die ihm in genau diesem Sinne in den nächsten Tagen von einem rechtsfanatischen Staatsanwalt angehängt worden sind. Hätte er einen deutschen Pass gehabt, Christophs Distanzierungsraster hätte nicht auf ihn gepasst.

 

Ich lese gern zurück in das kollektive Verständis, das unsere Erfolge in Rostock 2007 geschaffen haben.   Vor unserem daraus möglichen grossen Erfolg wird schärfer und ätzender, wie Christoph und Seibert genau in diesen Tagenm priesterhaft das Gewaltmonopol der G8 und das zutiefst symbolische unserer Chancen hergebetet haben. Nachlesbar ist das in dem schönen Text eines schönen Sommers: „Demo 2.6. in Rostock aus autonomer Sicht“ vom August 2007 (ueber Suchfunktion findbar in: http://mailman.no-racism.net/pipermail/analle/2007-August.txt

 „Der Distanzierungswahn von einigen Attac SprecherInnen war für uns nicht weiter verwunderlich. Viel wichtiger für die Debatte ist, dass die Attac Basis den Spaltungs-Versuch von Peter Wahl, Pedram Shahyar und Sabine Leidig vom Attac-Koordinierungskreis am Montag beim Attac-Plenum auf dem Rostock-Camp zurückwies, die eine eigene Attac-Blockade in Abgrenzung zu Block G8 und in völliger Absprache mit der Polizei durchzusetzen versuchten. Diese Spaltung wurde von den BasisaktivistInnen verhindert. Neu für uns waren und sind die heftigen Distanzierungen von Vertretern aus dem linksradikalen Lager. Ein Tiefpunkt war sicherlich Christoph Kleines (IL, Sprecher von Block G8, AVANTI) Analyse der Beteiligten: "Es war eine wilde Mischung aus Hooligans, Jugendlichen aus der Gegend und Leuten aus dem Ausland" (Welt 4.6.07). Noch viel mehr auf Diffamierung ausgerichtet zweifelslos Monty Schädels (Geschäftsführer der DFG-VK und Mitorganisator der G8-Proteste, Anmelder der Großdemo am 2. Juni) Totalitarismustheorie für Anfänger. Er verglich die Bilder mit den Progromen in Rostock Lichtenhagen 1992: "Dass wir jetzt diese Bilder, die wir gerade auch als Rostocker Bündnis vermeiden wollten, die Wiederholung von solchen Bildern die wir 1992 schon in Rostock bei dem Überfall auf das Asylbewerberheim hatten, wieder hier aus Rostock haben, das ist ein großer Misserfolg, das ist das, was wir nicht wollten, was von uns nicht vorbereitet worden ist, was wir auf keinen Fall gutheißen" ( ZDF am 3.6.07, Link bei Indymedia mit Streaming seines Interviews 3.6.07). Auch einer der Sprecher der IL, Tim Laumeyer von der ALB, einer linksradikalen Antifa Gruppe aus Berlin, mühte sich um Distanzierung und rechtfertigender Entschuldigung. "Zum Ende ist die Situation in einem Maße eskaliert, wie wir dies nicht wollten und ausdrücklich verurteilen" (Junge Welt, 5.6.) oder auch "Die Randalierer waren nur eine kleine Minderheit, wir wollen keine Gewalt" (Mopo , 4.6.) und "Eine Eskalation wie in Rostock darf es nicht wieder geben" (Vanity Flair, dpa, 6.6.)“

 

Von den rund 50 Gefangenen der Polizei am Rostocker Fischmarkt 2.6.2007 wurden binnen Stunden alle Besitzerinnen und Besitzer eines deutschen Passes bis auf 8 deutsche StaatsbürgerInnen freigelassen. Von den mitgefangenen 9 internationalen AktivistInnen wurde keine(r) freigelassen. Wer keinen deutschen Stämmigkeitsnachweis hatte wurde ohne Ausnahme mitgehangen. Die 17 wurden dann bearbeitet, um Geständisse aus ihnen rauszupressen, was nur bei einem polnischen Genossen gelang, zu dem wir den Kontakt nicht aufbauen konnten in der Haft. In einem Schnellverfahren bei denen NUR Polizeizeugen zugelassen wurden bekamen alle anderen hohen Haftstrafen, vornehmlich ohne Bewährung. Von den International angereisten können GenossInnen bis heute nicht in den Schengenraum zurück.  Dumm gelaufen? Keiner der Gäste aus anderen Ländern pöbelkte derweil gegen Christoph Kleine und seinen Schützenhilfen Thomas Seibert.

Eine sehr nette und hilfsbereite Frankfurter Genossin hat mich zu recht im April 2012 darauf hingewiesen, dass bei unserem Informationsstand weder Thomas Seibert noch Christoph Kleine  ursächlich mit der rassistischen Repressionsstrategie nach dem Rostocker Fischmarktgeschehen in Verbindung gebracht werden können. Das liegt nicht nur daran, dass sowas unverkäuflich ist in unserer Bewegung. Sie sind bis jetzt nur kleine Konsenzfischer in der Periferie eines rassistischen Kommunkationsprojekts der bürgerlichen Ordnung gewesen. Im entscheidenden Moment waren beide am entscheidenden Ort, Christoph mit Mikro, Thomas mit Handy. Der lederbejackte Pseudoautonome mit den milimetergenau rasierten Augenbrauen war dabei besonders lustig anzusehen. Er tanzte in permanente Translation jedes Steinwurfs von Rostock. Er hatte sein fressen gefunden – er war wichtig. Er konnte zwei Verkäufe gleichzeitig abwickeln: den Ordnungsmächten verkaufte er sich als Hüter von Anstand und G8-Gewaltmonopol in den Reihen der Empörten. Uns verkaufte er POSTautonomie. Bei unserer Kaufhausplünderung auf dem BUKO in Kassel 2005 hatte er nur geübt, noch wie vor einem Spiegel. 2007 war er der dealer der Droge wir-tun-nur-so in sage und schreibe beide Richtungen. War er zentral? Zentral trafen sich unsere 3 Verdächtigen mit anderen, die es jetzt in Bundestag und Europaparlament geschafft haben in einem schicken Juppzcafé der Rostocker polizeibefriedeten Innenstadt. Attac hatte Block G8 all die Tage des Protest gedroht sie werden auf Schulden sitzen gelassen. Aber dann hatten sie ihr Spielchen doch anständig gemacht. Sogar Merkel war zufrieden mit dem G8-Gipfelerfolg. Nie hat jemand zielgerichtet recherchiert und bekannt gemacht was da wirklich blockiert wurde oder war das Blockmannöver vielleicht nur geschickt gedealte Koexistenz mit Theaterdonner. Also gab die attac-Führung das ihrer Basis abgenommene Geld an die event-manager von Block G8 doch. Denn sie sind die der bestehenden Ordnung vielleicht doch nicht ganz entbehrlichen Lückenfüller. Bei genauem hinsehen sind sie auch traurige und persönlich sehr frustrierte Gestalten (daher wohl ihre machistische Gewaltkontingenz-Vorstellungen).

Die Welt aber ist nicht Wille und Vorstellung. Die Welt bewegt sich in Klassenkämpfen, das wissen die Seibert-Rätz und Kleines nicht besser als wir aber auch nicht weniger. In diesem Licht betrachtet dreht es sich mir bei ihren deals zur Wiederherstellung linksgefönter Normalität den Magen um und hoffentlich noch mehr. Immerhin gingen drei Augen dabei drauf in der Gewalt der Wasserwerfer. Am Westtor gab es einen wirklichen Konflikt. Im September rappelte sich die Staatsanwaltschaft auf und verteilte Prozessverfahren von denen kein Auge trocken bleiben sollte. Das Strafmaß für mein vermutetes Engagements in Paula-Aktionen kam auf 10 Jahre Gefängnis ohne Bewährung. Nochmal die Weisheit des Kollektivs zur Einschätzung (nochmal im Wortlaut Rostock aus autonomer Sicht): „Das Ziel ist es, gemeinsam die Ereignisse von Rostock auszuwerten und zu veröffentlichen und dies nicht einigen selbsternannten oder auch ernannten Sprechern zu überlassen. Das ist leider sehr durchgängig geschehen. Selbst das linken Szene-Blatt "analyse und kritik" hat meist nur männlichen Einzelpersonen Raum für Statements und Einschätzungen gegeben: über Sven Giegold (ATTAC), Olaf Bernau (no lager), Thomas Seibert (IL), Christoph Kleine (IL), Michael Kronawitter, Tim Laumeyer (ALB), Ulrich Brand (BUKO), Dario Azzelini (FELS) bis hin zu Raul Zelik u. Geronimo. Das ist für uns ein Rückschritt. Ebenso scheint die Tatsache, dass vornehmlich Männer sich äußern durften bzw. wollten, weder Zufall noch ein Ausdruck von reflektierten antipatriarchalen Diskussionen zu sein. Wir wollen das nicht pauschal allen unterstellen, denken jedoch, dass es an der nötigen Sensibilität diesbezüglich, zumindest gemangelt hat.

 

Letztendlich müssen wir uns aber auch an die eigene Nase fassen. Dass es zu Riots kommen würde, haben wir nicht nur gehofft, sondern auch gewollt. Die mediale Reaktion war vorhersehbar. Mit unserem Nichtverhalten haben wir den Sprechern von NGOs, Attac und der IL das Feld überlassen, was zu Distanzierungen geführt hat. Diesem Dilemma müssen wir uns stellen, Diskussionen über Vermittlung von militanter Praxis auf Demonstrationen und den Umgang mit den Medien sind hier dringend notwendig.

 

Dress for the moment

Obwohl er es nicht wissen will, seien noch Ulrich Brands Vermutungen "Ich vermute (ich weiß es nicht und will es auch nicht wissen!), dass Menschen im Schwarzen Block mitlaufen und vielleicht sogar agieren, die sich ansonsten in ähnlichen politischen Zusammenhängen bewegen wie viele der anderen Demonstrations-TeilnehmerInnen" bestätigt. Militant sein auf Demos begründet keine Identität - sollte es zumindest nicht - sondern ist eine Aktionsform mit Stärken und Schwächen wie jede andere ktionsform auch. Manchmal ist sie nützlich, manchmal nicht. In Rostock war sie nützlich, um dem G8 Widerstand eine unversöhnliche Note zu geben“

 

So, und genau das hat Block G8 in der ganzen Woche nach dem Fischmarkt wieder aufzuheben versucht. Auch wenn die Rechtsaußen  agent-Provocateurs - Peter Wahl, Pedram Shahyar und Sabine Leidig - sich nicht durchsetzen konnten, gaben sie doch damit die Schützenhilfe für den staatsmonopolistischen Gewaltfetisch von Kleine und Seibert, die im Duo die folgenden Tage an einem Gegenbild strickten, das auf AUSGRENZUNG beruht und sie damit als nötige Vermittler der Staatsmacht aufwertet.

 

Ich bin jetzt schon so viele Tage in Folge um 4 Uhr morgens aufgewacht und wusste, ich sollte ein scharfes Ding zur Diskussion stellen und benennen was mich da immer weckt, denn auch das gewecktwerden ist politisch. Also:

alles versuchen zu kondensieren was wir rausgefunden haben. Ich glaube naemlich, viele wohlmeinende Genossinnen und Genossen, haben aus berechtigtem Abstand zu den Machern und szmpatischer Nähe zu ihren Themen eine entschieden zu gute Meinung über angeblich selbstorganisierende Regulation in der selbsternannten „interventionistischen Linken“(IL). Dort gibt es viele weiche Buergersbirnen (die einmal gute RevolutionaerInnen werden koennten), zur Zeit bewegen sie sich wie nettes Fussvolk und die lassen knallharte Macker vortanzen. Ich habe in Heiligendamm Woche für Woche erlebt wie sie ihr Phantomprojekt BlockG8 gegen die soziale Bewegung erzwungen haben und so sehr effektiv z.B. unsere Paula-Konzept-Ansaetze plattgemacht haben (http://gipfelsoli.org/Texte/4145.html). Es sieht aus wie das Zusammenkommen von 3 fatalen Tendenzen:

  • die Kamerageilheit der Bewegungsobermacker, Versorgungsdenken in den Kanaelen der Linkspartei mit unverhaeltnismaessigem Ellenbogeneinsatz.
  • bewusste soziale Kontrolle (egal; ob durch Verfassungsschutz oder Linkspartei oder beide) und das mit einer inflationaeren Verbalradikalitaet und bewusst gebrochene pseudoradikalen Analysen hoher filosophischer Wurflaufbahn (da ist Seibert 2007 wie 2012 unter den Oberseiberen der IL, wenn ich mich nicht scharf taeusche, die Mai Blockuppy-Flugblaetter bei M30 waren mit deutlichen und Radikalitaet typisch ausverkaufenden Duftmarken von Seiberts Negri-Hardt-Verschnitt versehen "Kapitalismus global denken" und andere Aufrufe zum Nichtstun wie "Jugoslawienkrise hausgemacht" etc., Feullitonstil der Sueddeutschen als Handlungsersatz
  • die Unsicherheit neuer Militasnzzusammenhaenge

Die Herren im Bild sind Profiteure einer Flaute. Dass ich nur bearbeiten kann was ich kenne ist klar. Es wäre toll wenn ich mich irre und strenge mich deshalb an, genau das herauszufinden...aber es gelingt nicht.

 

Warum ich dem Bloedmann Thomas Seibert, der mich seit 5 Jahren schneidet, meine Giftküche als Kopie geschickt habe und ihm auch noch 2 Monate Zeit gegeben habe zu reagieren? Hm, mal nachgedacht. Also erstens wohl wegen Unschuldsvermutung. Die Überlegung ist diese: er muss sich wenn ers versteht und ich mich irre rechtzeitig weheren können. Im besten Fall soll er die Möglichkeit haben, einfach Kontakt aufzunehmen, was er  seit 5 Jahren witziger weise um so manchen ihm nicht ganz billigen Preis vermeidet.

 

Ich selber würde mich freuen, wenn jemand mit Spitzelverdacht gegen mich mich  einfach ungeschminkt in Kenntnis setzt. Ich würde dem Verdacht dann nämlich einfach widersprechen. Zweiter Grund und ein bisschen im Widerspruch zum ersten: Macker müssen nervös gehalten werden, nur dann begehen sie die Fehler, die sie zu Fall bringen können (eine Taktik u.a. aus dem US-Feminismus, sleeping with the enemy, sehr gefährlich auch, etc. ). Wasser auf die Schuh und frei herausgegebene Kopie des Briefes haben den gleichen Zweck: ich bin so selten in Deutschland und habe die Hansel, die in Rostock 2007 unsere Offensive so fatal manipuliert haben, so selten vor Augen, jede berechtigte Aggression muss auch ankommen. Alles in allem ist das wohl auch noch harmloser Ghandiismusrest bei mir.

 

hoch die Tassen, Revolution,  ueberall,

Versuch einen Schlussstrich zu ziehen

 

Block G8 war als Neutralisierungsvorgehen gegen die Fischmarktpolarisierung erfolgreich. Parallel dazu und sogar in der Terminologie nichts als eine Kopie war Blockupy VON ORGANISATORENSEITE aus als das Neutralisierungsmäntelchen für M31 angelegt.

In Rostock 2007 ließ sich Staat und Polizei auf ein angeblich erfolgreiches Block G8-Spektakel ein, um die breit vorbereiteten Paula-Elemente auszuhebeln, was aufgrund komplizierter Dynamik und vor allem Rücksichtnahme in unserer Bewegung auch gelang.

In Frankfurt, Mai 2012, starteten die selben Akteure der IL mit ihrem attac-Apparatschik Rätz eiune Neuauflage. Auch hier ging die crowd controll nach der Seibert-Kleine-Methode zumindest medial auf: die grundgesetzschwingenden Anstandsbürger des Paulsplatzes wurden medial zu den Demohelden eines ins symbolischen gezogen und damit hintergründig der Lächerlichkeit preisgegebenen Widerstands. So hat das DDR-larmoyante Pastorengewäsch und bürgerlich manirierte Wendeopportunistentum von Götz Rubisch (http://www.freie-radios.net/48375) am Ende das letzte Wort. Rätz hat mit dem Event-management seiner IL-attac-dieLinke-Clique Mitte Mai in Frankfurt letztlich den Weg bereitet für ein Wahrnehmungsmuster, in dem symbolisch überbewertete Legitimitätsökonomie als Ersatzdroge für politische Intervention in Umlauf gebracht wird, genau das was er 2003 mit großem Pomp und viel Aufregung aus unserer Diskussion fegen zu wollen vorgab.

 

 

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occupy Bavaria, a test run about 1919

http://archive.org/details/occupyBavaria-1919_einTestlauf

 

an excursion to Murnau, with drawings and comments on the making of revolutionary collective art

http://archive.org/stream/Ausflug_nachMurnau/Murnau_printVersion_HQ#page...

 

paintings and philosophical remarks on revolutionary aestetics in the Eastern Ukrainean provincial capital Sumy archive.org/stream/Contradictions-Protivorechie/protivorechie_Katalog_12Mar2010b#page/n9/mode/2up

Ergänzungen

Eingriffe der Moderation

Durch die Moderation wurde bei diesem Beitrag der Titel gekürzt, der Text zur besseren Lesbarkeit formatiert und am Ende des Artikels genannte Namen und Anschriften entfernt. 

und was ist mit den im text

und was ist mit den im text mehrfach auftauchenden namen? an einigen stellen abgekürzt, dafür an anderen volle namen. moderationskriterien? es ist ja nichts gegen die kritik an diesen leuten und ihren verhaltensweisen und auch nicht gegen ihre demontage zu sagen, aber wenn dann in zusammenhang mit spitzelvorwürfen volle namen auftauchen, sollte sowas ohne überprüfung wohl nicht unbedingt stehen bleiben, oder?

Schaut hier niemand auf die Qualität?

Der Text ist kaum lesbar und besteht fast nur aus persönlichen Befindlichkeiten des Autors und hat deshalb hier nichts zu suchen.

was hier angesprochen wird

was hier angesprochen wird finde ich sehr wichtig für eine mögliche analyse eigener sozialer wirklichkeiten/umfelder in denen wir uns als "linke" bewegen.

ich finde neben - durchaus - vielen persönlichen befindlichkeiten allerdings auch eine scharfsinnige und zu befürwortende analyse machistischen verhaltens und machtgebahrens.

zudem ist der text durchaus selbstreflexiv geschrieben und ich finde es schade, dass nicht inhaltlich darauf eingegangen wird - auch das ist eine leserstrategie - einer notwendigen diskussion aus dem weg zu gehen.

nebenbei finde ich die pointierte und essayistisch gehaltene schreibweise angenehm.

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