Prozess gegen Pastor Joshua vertagt

gepostet am 6. Juni 2012 - 10:31 von nochrichten.net

Vertagt wurde Mittwoch früh der Berufungsprozess gegen Pastor Joshua, der 2011 in erster Instanz zu 15 Monaten Haft wegen angeblichen Suchtgifthandels verurteilt worden war und deswegen bereits 8 Monate hinter Gittern verbringen musste. Freund_innen und Glaubensgeschwister hatten die Vorwürfe gegen Pastor Joshua erst am 1. Juni bei einer Demonstration als nicht nur falsch, sondern als Ausdruck rassistischer Polizei- und Justizpraktiken in Österreich bezeichnet.

Belastet wurde Pastor Joshua bei der Verhandlung am 6. Juni lediglich wieder von jenem immer noch wegen Dealens inhaftierten R., der behauptete, Drogen von Pastor Joshua bezogen zu haben.

Ein ehemaliger Zellengenosse von R. bezeugte hingegen, dass R. im Gefängnis wiederholt gesagt habe, dass Pastor Joshua nicht gedealt habe, und dass er ihn nur belaste, um seine eigenen Quellen zu schützen. Gegenüber dem Justizpersonal habe R. Pastor Joshua immer so demonstrativ als seinen Komplizen bezeichnet, wie es ein Häftling nie ohne Hintergedanken täte.

Ein anderer Zeuge, der vor der Polizei Pastor Joshua noch als Drogenhändler belastet hatte, erklärte vor Gericht, dass er den Händler nur im Rückspiegel gesehen habe und nicht erkennen konnte. Allerdings sei er bei der seinerzeitigen Befragung von der Polizei unter Druck gesetzt worden. Es seien ihm mehrere Fotos vorgelegt worden, und bei Pastor Joshua sei ihm in den Mund gelegt worden, dass dieser der Dealer sei. Und damit er endlich eine Ruhe hat, habe er gesagt, das könne er gewesen sein. Er habe ihn aber in Wirklichkeit nicht erkannt.

Da mehrere Zeug_innenladungen wegen technischer Probleme im Bundesrechenzentrum nicht rechtzeitig versandt und erst vor zwei Tagen für die Zeug_innen hinterlegt worden waren, wurde der Prozess auf 1. August, 9.15, Saal 305, LG für Strafsachen Wien, vertagt.

Radio-Orange-Interview mit Pastor Joshua vom 1. Juni: http://cba.fro.at/59854

Bericht von der Solidaritätsdemo auf nochrichten.net: http://nochrichten.net/?p=1088

Ausführlichere Hintergrundinformationen auf no-racism.net:
http://no-racism.net/article/4097
http://no-racism.net/article/4108/
http://no-racism.net/upload/174054603.pdf

Ergänzungen

Einfach eine Frechheit

Das ist ja wohl ungeheuerlich. Einen Menchen nach äußeren Erscheinungen zu beurteilen bzw. zu verurteilen ist alles andere als ein Rechtsstaat.

In einem Land wo so offen Fremdenfeindlichkeit verübt wird, wohnt der Teufel.

Eigentlich müsste die Internationale bei den Entwicklungen in Österreich laut aufschreien. In diesem kleinen Bergland gedeiht die Fremdenfeindlichkeit wie Unkraut im Garten. Warum tut da keiner was dagegen?

Als ich nach Österreich fuhr war ich geschockt. Überall grinsen Faschisten von Plakaten und hetzten gegen "Ausländer". Was soll das? Österreichs-Ruf ist ohnehin schon ziemlich schlecht ("die Österreicher sind ein verlogenes Volk", "Naziland Österreich" etc.). Will man den komplett ins Aus geraten? Dann nur weiter so. Wer den Schaden hat, braucht sich dann aber nicht zu beklagen.

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