Du wirst uns nicht auf Facebook finden...

gepostet am 5. April 2011 - 18:48

Soziale Netzwerke sind eindeutig was Tolles. FreundInnen zu haben ist ein menschliches Bedürfnis, gemeinsam machen Aktionen viel mehr Spaß und Banden bilden kannst du alleine auch nicht wirklich (geschweige denn Medienkollektive). Auch soziale Netzwerke im Web haben ihre Vorteile. So können viel mehr Menschen erreicht werden, wenn du deine Inhalte verbreiten willst oder es mal schnell gehen muss, wie zum Beispiel bei Hausdurchsuchungen, Abschiebungen oder spontanen Naziaktionen.

Durch die Vorteile dürfen jedoch die Nachteile nicht ausgeblendet werden. Das Konzept von sozialen Netzwerken im Web gibt es noch nicht so lange und es sind momentan noch hauptsächlich private Konzerne, die diese Werkzeuge dafür anbieten. Und die bieten euch die Tools nicht an, weil sie eure politische Arbeit so toll finden, sondern weil sie daran verdienen, dass ihr ihnen eure Daten gebt. Diese Daten werden dann weiterverkauft oder gehen verloren und tauchen woanders wieder auf. Andere Firmen können dann damit personalisierte Werbung anbieten, weil sie ja nun wissen, welche Art von Gewand ihr mögt oder auf welche Musik ihr steht.

Die Informationen die ihr den BetreiberInnen von den sozialen Netzwerken gebt, sind jedoch meistens nicht nur für Firmen zugänglich, sondern auch für Menschen, die euch politisch nicht wohlgesonnen sind (die Antiantifa zum Beispiel) oder Behörden. Gerade letztere profitieren durch die Offenlegung von sozialen Zusammenhängen, denn genau die sind es, die sie ausforschen wollen, um die nächste konstruierte Gruppe einzubuchten. Wir sind der Meinung, dass mit den Werkzeugen, die seit einiger Zeit im Netz auftauchen, mit Vorsicht und kritisch umgegangen werden soll und hoffen, dass ihr euch auch mit den Gefahren auseinandersetzt und euch auf dem Laufenden haltet. Für uns steht fest, dass die aktuellen komerziellen Werkzeuge für unabhängige, kritische, politische (Medien)Arbeit gefährlich sind. Aber wir hoffen, dass es bald neue Entwicklungen geben wird, die technisch ausgefeilter sind, mehr Wert auf Privatsphäre legen und die vor allem nicht von einem Konzern kontrolliert werden, sondern offen sind. Der Punkt 9 der Principles of Unity, die die Grundlage des Indymedia Netzwerkes sind, lauten:

Alle IMCs sollen dazu verpflichtet sein so oft wie möglich offene Quellcodes zu verwenden, um eine Digitale Infrastruktur zu Entwickeln und die Unabhängigkeit des Netzwerks durch das Nichtverwenden von auf Eigentum basierender Software zu erhöhen

Wir meinen, dass damit nicht nur freie Software, sondern auch freie Konzepte des Informationsaustausches, wie offene Protokolle, gemeint sind. Dass ein wenig warten sich auszahlt, zeigt momentan die Verbreitung von OStatus als Alternative zu Twitter. OStatus ist ein offener Standard, mit status.net gibt es eine freie, quelloffene Software um diesem Netzwerk beizutreten. Weitere Informationen findet ihr auf den Seiten von bitbybit zu 'Gefahren von sozialen Netzwerken'. Das Bild dieses Beitrages ist von der Facebook Seite der Free Software Foundation