Infoveranstaltung Klimagipfel Kopenhagen
Was / Wo / Wann
Zwischen 7. und 18. Dezember findet in Kopenhagen ein richtungweisender UN-Klimagipfel statt. Dabei wollen sich die mächtigen Regierungen und Lobbyisten der Welt treffen, um eine Ära des "grünen Kapitalismus" einzuleiten, um einen ordentlichen Markt zu schaffen, auf dem die Biosphäre als Ware gehandelt (und verdreckt) werden kann.
Doch da der Klimawandel kein rein ökologisches Problem ist, sondern ökonomische, soziale, rassistische und ausbeuterische Dimensionen besitzt, braucht es eine grundlegende soziale und wirtschaftliche Wende notwendig um den Klimawandel an der Wurzel zu bekämpfen.
Der Klimawandel ist voll im Gange, und es muss erschüttert werden als unsere Urlaubsgewohnheiten, um den Planeten für kommende Zeiten zu erhalten. Rein technologische und marktförmige Maßnahmen sind dabei kontraproduktiv, da der Klimawandel menschengemacht wird. Sein Ort sind nicht die schmelzende Gletscher, sondern die kapitalistische Warenproduktion. Der Klimawandel zieht bereits heute gravierende Veränderungen der globalen Ökosysteme und damit auch fundamentale Umwälzungen der menschlichen Lebensbedingungen nach sich. Eine Folge davon ist, dass es zu einer erheblichen Zuspitzung bestehender sozialer Verhältnisse und Gegensätze kommt bzw. noch kommen wird. Insbesondere das Missverhältnis zwischen globalem Süden und Norden wird durch den Klimawandel verstärkt. Weltweite Flüchtlingsbewegungen, Ressourcenplünderungen im Zuge des (Neo-)Kolonialismus und kriegerische Auseinandersetzungen nehmen zu.
Es wäre mehr als naiv, die Hoffnung auf jene Strukturen zu setzen, die den COP 15 unterstützen und den Planeten für Geld zerstören. Stattdessen muss die Ideologie eines unbegrenzten ökonomischen Wachstums bekämpft werden. Als Antwort auf die Agenda der Eliten braucht es eine radikale und kraftvolle Klimapolitik von unten. Die Aktionen rund um den Gipfel in Kopenhagen sollen hierfür ein Startpunkt sein. Über die Grenzen von Länder und Kontinenten hinweg soll den falschen Lösungen des Gipfels gemeinsam unseren entschlossenen Widerstand entgegensetzen und damit beginnen weltweite Klimagerechtigkeit zu erkämpfen. In gemeinsamen Debatten und Aktionen soll eine lokale, konfrontative Klimapolitik entwickeln.
Bei der Infoveranstaltung mit Mona Bricke wird es neben konkrete Infos zu Gegenaktionen auch Debatten, welche Möglichkeiten der Intervention die (radikal) Linke beim Klimawandel hat, geben.
Mona Bricke ist aktiv in zwei Berliner Klimaaktionsgruppen sowie in den deutschlandweiten und internationalen Vorbereitungen der Proteste und Aktionen zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Während ihres Masterstudienganges in Peace Studies an der Universität Bradford engagierte sie sich bei der Vorbereitung des britischen Klimacamps, das 2008 in der Nähe von London mit 3000 TeilnehmerInnen das bisher größte seiner Art gewesen ist. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie zur Versicherheitlichung von Klimawandel und der Rolle der neu entstehenden Klimabewegung. Danach arbeitete sie ein halbes Jahr lang in einem internationalen Gender- und Klimanetzwerk, entschied sich aber gegen die Lobbyarbeit und für die aktivistische Vorbereitung auf Kopenhagen.
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