JETZT: Razzia in der Weissgasse - hinkommen!
Gegen 22.15 Uhr stürmten 10 bis 12 vermummte Polizisten einer Spezialeinheit (vermutlich WEGA, aber noch nicht bestätigt) das Kolpingheim in der Weissgasse 12 (eine Seitenstraße der Ottakringerstr) in Hernals, 17. Gemeindebezirk in Wien, wo unter anderem AsylwerberInnen bzw migrantische Familien untergebracht sind. Zweck der Razzia ist noch unklar, doch nach dem Eintreffen einiger AntirassistInnen wird nun immer mehr Polizei zugezogen. Derzeit sind an die 4 Streifenwagen vor Ort und ca. 25 - 35 AktivistInnen, die am gegenüberliegenden Gehsteig das Geschehen im Haus beobachten. Die nach wie vor vermummten Polizeibeamten in Riotuniform sind gelegentlich im Stiegenhaus zu sehen - nachdem ihnen die Menschen auf dem Gehsteig davor aufgefallen sind, wurden in den betroffenen Wohnungen die Jalousien hinuntergelassen.
Weil immer mehr Polizei eintrudelt und die Situation nach wie vor unklar ist, ist herkommen sicher kein Nachteil!
Kein Mensch ist illegal!
Weissgasse 12 - J-Wagen Johann-Nepumuk-Bergger-Platz oder 44 Ortliebgasse
Hinkommen, weitersagen und FreundInnen mitnehmen!
Bleiberecht für alle!
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Ergänzungen
Bemerkenswert
dass sich innerhalb kürzerster Zeit so viel Leute vor dem Flüchtlingsheim eingetroffen haben, um der Willkür der Polizei was entgegenzusetzen. Hätte jetzt fast schon "Danke" gesagt.
weiter so.
korrektur zu "Das mit der "ganz normalen Hausdurchsuchung" ..."
Also zum vorletzten Satz wäre dann schon aber auch ein bisschen Reflexion und Selbstkritik angebracht: "Um so erfreulicher ist es, dass es diesmal etwas Aufmerksamkeit gab und der Rassismus nicht ohne Widerspruch und nur unter Buh-Rufen einiger Dutzend linker AktivistInnen, die sich vor dem Haus eingefunden hatten, stattfinden konnte."
Die Leute die dort waren sind großteils initiativlos rumgestanden, weil kaum wer gewusst hatte, was passiert. Mit den Betroffenen im Haus wurde so gut wie nicht kommuniziert. Dem Terrortrupp der Polizei wurde nichts entgegengesetzt und zum Schluss fühlten sich auch noch einzelne Leute bemüßigt in aufrührerischem Pathos antirassistische Sprüche an die Wand des Asylwerber*innenheims zu schmieren. An JEDE andere Wand in Wien könnten sie geschrieben werden, aber dann passierts an dieser, und wer kriegt die Repression ab? Sehr gut, ich kann schon wieder Schlagzeilen von "assimilationsunwilligen Asylanten" in den bürgerlichen Medien sehen. Leute, denkt doch mal nach bevor ihr mackerig auf Angriff geht ... ja, gegen wen denn nun eigentlich?
Das mit der "ganz normalen Hausdurchsuchung" ...
... ist wohl nicht mal gelogen, denn es scheint, als gehören derartige Maßnahmen mittlerweile zum "ganz normalen Polizeialltag", der geprägt ist von Rassismus, Gewalt und Terror durch die Beamten. Im Unterschied zu anderen solcher Einsätze fand dieser nicht ganz unbemerkt statt. Kein Wunder, dass ein Beamter im Standard zitiert wird mit seiner Einschätzung [i]"Viel Wind um nichts"[/i]. Denn tatsächlich geht es bei solchen Einsätzen um nichts anderes, als die Menschen, die in Heimen untergebracht sind, zu schickanieren. Da können dann die bezahlten RassistInnen ihre Einstellung offen ausleben.
Wenn einer der BewohnerInnen im Standard zitiert wird, dass solche Einsätze bis zu zweimal die Woche vorkommen, dann darf die Korrektur durch BetreuerInnen, die ja letztendlich vom gleichen Staat bezahlt werden, wie die Beamten, die die Razzien durchführen, nicht fehlen. Deshalb wundert es nicht, dass die Aussage der Heimleiterin gut in das Bild passt, das auch der oben zitierte Beamte malt: [i]"Eine ganz normale Hausdurchsuchung" sei das gewesen ...[/i]
Sicher ist: Hinter diesen Maßnahmen steckt System. Dass dies bei Leuten, die tagtäglich damit konfrontiert werden oder ihr "Brot" damit verdienen, kaum noch für Aufregung sorgt, zeigt der Umstand, dass staatlich verordneter und von den StaatsdienerInnen mit Hingabe praktizierter Terror schon lange zum Alltag geworden ist. Zu einer Normalität, die kaum noch wen aufregt, wo doch viele schon gelernt haben, einfach weg zu sehen. Jedenfalls stellt sich die Frage, ob diese Normalität noch ertragbar ist? Für Menschen, die sich ein Leben in Würde und Freiheit vorstellen, wohl kaum. Um so erfreulicher ist es, dass es diesmal etwas Aufmerksamkeit gab und der Rassismus nicht ohne Widerspruch und nur [i]unter Buh-Rufen einiger Dutzend linker AktivistInnen, die sich vor dem Haus eingefunden hatten[/i], stattfinden konnte. Dies wäre viel öfters von Nöten.
Polizei stürmte
Polizei stürmte Asylwerberheim in Hernals: "Ganz normale Hausdurchsuchung"
Otherpress
Zwölf maskierte Polizisten stürmten in der Nacht auf Dienstag ein Heim in der Weißgasse - "Es ist sonst nichts los"
Artikel: http://derstandard.at/?id=1216918042302
polizeieinsatz ging so gegen
polizeieinsatz ging so gegen 12.30 zu ende. nähere hintergründe zum einsatz hoffentlich bald hier zu lesen.